Vive l´ Afrique

10. August 2014 Labsaal

Der Labsaal in Berlin-Lübars war erstmalig Gastgeber eines Afrika-Festivals, einer Veranstaltung, die in Kooperation von Profolk Berlin und Ahoi-Music, einer kleinen unabhängigen Musikagentur für afrikanische Musik, entstand. Dank gemeinsamer, wenn auch temporärer, und nicht per se vergleichbarer, frankophoner Vergangenheiten, des Berliner Bezirks Reinickendorf und des Kontinents Afrika, entstand die Idee zum Festival Vive l´Afrique, das dann durch die dezentrale Kulturförderung Reinickendorf sowie mehrere mediale Partner möglich gemacht wurde.

Ja, es gibt auch andere Musik, als die, die tagtäglich in den Radios gedudelt wird... Dafür wurde nun kräftig die Werbetrommel gerührt, und es hat sich gelohnt: Das Wetter spielte mit, das Publikum erschien zahlreich in einer guten Mischung aus Lübarser Stammpublikum, Ausflüglern, die durch die Klänge während des Soundchecks angelockt wurden und einfach blieben und Berlinern, die sich auf den Weg in eine neue Location gemacht hatten. Der Dorfkrug hatte sich bemüht, afrikanisch inspiriertes Essen zu kochen, das allerdings nur bis zur Pause reichte. Ob das nun an Qualität oder Quantität desselben lag, sei dahingestellt...

Auf der Bühne standen hochprofessionelle Musiker und -Innen, die ein gutes Spektrum afrikanischer Musikkultur darboten. Frankophon waren jetzt allenfalls noch die Ansagen: „On faire la fetè!, gesungen wurde meist in den jeweiligen Sprachen bzw. Dialekten der authochthonen Bevölkerungsgruppen Afrikas.

Den Anfang machte Martha Teferra Mekonnen aus Äthiopien, die mit ihrer klaren, durchdringenden und schönen Stimme, begleitet von der Krar Chawatah, einer Art Harfe, das Publikum verzauberte.

Danach kam das mitreißende und eher traditionelle Konzert der Gruppe Lanaya aus Burkina Faso, die mit ihrer Spielfreude das Publikum zum Tanzen brachten und gar nicht aufhören wollten zu spielen.

Nach der Pause hatte die Aktionsgruppe Lampedusa Berlin die Möglichkeit, sich und ihre Arbeit für afrikanische Flüchtlinge, die von Italien aus in andere Länder geschickt werden, dort aber oft nach langen bürokratischen Prozeduren wieder zurück nach Italien geschickt werden, um dort auf der Straße zu landen, vorzustellen.

Anschließend spielte das Gnawa-Duo Gnawa Syphony im Stile der traditionellen Berbersongs.

Zum Abschluss gabes dann Reggae-Rhythmen mit Asukaten & XP.

Insgesamt war es ein sehr gelungener Abend, der praktisch nach Wiederholung im nächsten Jahr ruft.